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Angehörige der Opfer vom Breitscheidplatz fassungslos

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Noch-Bundespräsident Gauck und der deutsche Innenminister de Maiziére trafen sich mit Angehörigen der Attentatsopfer vom Breitscheidplatz in Berlin. Diese sind voller Kritik, wie Tagesspiegel.de und einige andere Medien berichtet haben. ( Steinmeiers offizieller Amtsantritt ist am 19. März.)

50 Angehörige wurden zum Schloss Bellevue geladen. Bekanntlicherweise wurden 12 Menschen getötet, eine offizielle Trauerfeier hat es nicht gegeben. Gauck und de Maizière versprachen nach Angaben von Teilnehmern, dass in Zukunft die Kommunikation bei ähnlichen Ereignissen verbessert werden soll. Seltsam, dass man das in Deutschland in den letzten Jahren immer wieder hört, wenn Behördenpannen vorliegen, ob nun bei NSU oder anderen Ereignissen.

Angehörige der Opfer vom Breitscheidtplatz Berlin fassungslosWobei selbst die oberen Herren Gauck und de Maizière fassungslos waren, als sie hörten, dass die Angehörigen drei Tage lang wie blöd durch die Stadt Krankenhäuser abklapperten, um zu erfahren, ob vermisste Angehörige unter den Opfern waren.

Das BKA hatte zunächst eine Nachrichtensperre verhängt. Das wiederum fand de Maizière nachvollziehbar. Man habe bei Anrufern zunächst nicht unterscheiden können, ob es tatsächlich Angehörige, Trittbrettfahrer oder aufdringliche Medienvertreter waren. Trotzdem dürfe dies nicht zu einer solch misslungenen Kommunikation führen.

Noch krasser war die Tatsache, dass die Angehörigen von Sicherheitsleuten daran gehindert wurden, am Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche teilzunehmen, weil eben hochkarätige Politiker drinsaßen. Gauck sagte, er habe davon nichts gewusst.

Die zunächst ahnungslosen Angehörigen wurden auch unsensibel behandelt. Die Polizei brauchte „aussagekräftiges DNA-Material“ von Angehörigen – nannte aber den Grund nicht. Die freche Antwort war: “Wer jetzt nicht wissen sollte, worum es gehe, sei selbst schuld.“ De Maizière kündigte den Teilnehmern zufolge nun an, diese Kommunikation in der Innenministerkonferenz zum Thema zu machen.

Zynisch war das, was die Angehörigen vom Land Berlin als erstes bekamen: anstatt eines Kondolenzschreibens des Regierenden Bürgermeisters, erhielten diese eine Rechnung – von der Gerichtsmedizin. Natürlich mit Fristsetzung, ansonsten werde ein Inkassounternehmen eingeschaltet werden.

Man mag glauben, dass die Politik und die Sicherheitsbehörden besser vorbereitet gewesen wären für den Fall der Fälle. Zu oft passierten schon Anschläge in unserem Nachbarland Frankreich zum Beispiel. Das so etwas in Berlin passieren würde, war nur eine Frage der Zeit, nicht ob es überhaupt passiert.

Darin waren sich die meisten Menschen einig. Schlimm ist bloß wieder diese Verkettung von Abläufen zu lesen, die sich auch in anderen Fällen abzeichneten. Und wenn man das liest, denkt man unweigerlich in Gabun oder ähnlichen Ländern zu sein, aber nicht in Deutschland – unvorbereitet bis ins Mark. Und es bewahrheitet sich immer wieder, dass immer etwas Schreckliches passieren muss, dass etwas passiert – wenn überhaupt.

Ein gutes Beispiel ist die innere Sicherheit. Seit Jahren nimmt die Gewalt zu – und immer noch wird diskutiert, ob Polizisten Bodycams einsetzen sollen. Alles Dinge, die schon längst geregelt sein müssten in dieser Bananenrepublik.

Foto – Pixabay – jensjunge – Quellen: Tagesspiegel – Gedächtnisprotokoll TV Medien

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1 Comment

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  1. Was bleibt eigentlich außer einem bitteren Nachgeschmack, der sich in die Trauer um verstorbene Menschen und in die Traumata überlebender Verletzter mischt?

    http://www.dzig.de/Berlin-Breitscheidplatz_Was-bleibt

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