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Pharmaindustrie, Pillen Lobbyisten & dein Hausarzt

Berlin – Informieren durch Werbung

In den letzten Tagen wurde mehrfach über das Gebaren der Pharmaindustrie in Deutschland berichtet. Gerade am Mittwochabend wurde im TV bei SternTV darüber debattiert. Aber auch einige Ärzte sind in diesen Verstrickungen tief involviert. Spiegel ONLINE und „Correctiv“ haben eine Datenbank erstellt, mit der man seinen Arzt suchen kann.

In diesem Zusammenhang legten die Pharmaunternehmen zum ersten Mal offen,dass 2015 satte 575 Millionen Euro an mehr als 71000 Ärzte geflossen sind.

Deutsche Politik sie schweigt: Die Zahlungen umfassen Vorträge, Beratung, Fortbildungsveranstaltungen und Spesen. Zudem gingen 90 Millionen Euro an medizinische Einrichtungen. Für Sponsoring, Stiftungen und Spenden. 366 Millionen Euro wurden für medizinische Studien auf Ärzte, Fachkreisangehörige, Organisationen und Einrichtungen für medizinische Studien verteilt.

Im Grunde ist es kein Geheimnis, es wird sogar in überschaubarer Regelmäßigkeit im Fernsehen darüber berichtet. Nämlich darüber, dass die Pharmaindustrie nicht nur Werbegeschenke an Ärzte vergibt. Ihr Handeln geht derart tief in das ärztliche Gewerbe, dass es einen erschrecken muss, wenn man es sieht. Ein Arzt verschreibt einem Patienten ein Medikament, das bereits auf dem Markt ist. Er beantwortet dann Fragen z. B. zu Nebenwirkungen. Der Ruf dieser Studien soll eher einem Zweck dienen: die Bezahlung der Ärzte für das verschreiben eines Medikaments. Für Arzneimittelprüfer im Gesundheitswesen, sind diese Studien wissenschaftlich wertlos. Sie liefern keinerlei Informationen über den Nutzen und die Wirksamkeit eines Medikaments. Sie werden daher auch gar nicht erst angeschaut.

Ärzte müssen in Deutschland in fünf Jahren eine gewisse Anzahl von Fortbildungsveranstaltungen besuchen. Interessant ist hier, dass in neun von zehn Fällen die Pharmaindustrie der Abzocke Betrug der Pharmaindustrie?Veranstalter ist. Und diese sind extrem durchdacht. Für das weitere Maximieren ihres Profites wird über neue Medikamente referiert. Dabei werden gesunde Menschen krank geredet. Aktuell ging es um ein Testosteronmittel für Männer. Übel dabei ist auch, dass ein internes Papier auftauchte, dass offenlegte, dass tatsächlich geplant ist, durch stetiges Wiederholen bestimmter Sätze den Eindruck zu erwecken, dass diese Personen gefährdet bzw. erkrankt sind. Nun kann man darüber streiten, ob gewisse Ärzte darüber referieren müssen. Sind sie einmal an der Angel des Pharmaunternehmens, berichten einige, dass sie das Gefühl haben, sie hätten ihre Seele dem Teufel verkauft. Sie könnten nicht das sagen, was sie sagen wollen.




Aus Gesund mach man Krank – Berlin schweigt

Die Gleichung ist ganz einfach: die Pharmaindustrie investiert etwas in die Ärzte. Die Gewinnspannen sind im Gegensatz dazu enorm, wenn sie einen Arzt „verpflichten“, dass er vorzugsweise ihr Medikament verschreibt. Machen das viele Ärzte so, kann man sich vorstellen, wie viel Geld damit verdient werden kann. Das Perfide ist nicht nur das Bereichern auf übelste Art und Weise. Gesunde Menschen werden z. B. ohne Rücksicht krank geredet, der gesunde schluckt Pillen, die erhebliche Nebenwirkungen haben können und wo der Nutzen sehr fragwürdig ist. Es ist eher Körperverletzung. In den USA könnte man wohl eine Millionenklage durchbringen, hier in Deutschland hätte man kaum Chancen.

Doch ist dies alles keine neue Erscheinung. Das ist seit vielen Jahren Gang und Gebe. Und wie zuvor berichtet, scheint das System krank zu sein. Man kann nur hoffen, dass die Ärzte, die an den Veranstaltungen teilnehmen, gewisse Aspekte des Referierten nicht als neue Erkenntnis verbuchen um vielleicht später gefährliche Entscheidungen an einem Patienten zu fällen. Es ist eine Kette, an der am Ende Menschen zu Tode kommen können. Bloß das ist dann nicht mehr nachvollziehbar und wo kein Kläger, da ist auch kein Richter. Es würde ohnehin schwierig werden einen direkten Zusammenhang herstellen zu können. Am Schlimmsten ist aber die seit Jahren untätige Berliner Politik, die nichts gegen dieses profitgeile Verhalten unternimmt. Den Lobbyisten sei Dank.

Es wird Zeit, daraus Konsequenzen zu ziehen und pharmaunabhängige Fortbildungen zu etablieren. Wenn der politische Wille in Berlin da wäre. Aber warum ist er es nicht?

Quellen: Stern TV – Spiegel Online – Wikipedia – ARD – ZDF – Correctiv – Foto – pixabay.com – Berliner News




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